Nicht immer ist Mauerwerk auch massiv! - ökohaus calden baut das ökologische Holzhaus als KfW Effizienzhaus

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Nicht immer ist Mauerwerk auch massiv!

Der Mauerwerksbau hat in Deutschland seit gut 100 Jahren Tradition. Zuvor wurde überwiegend in Holz gebaut bzw. eine Mischbauweise hergestellt (Fachwerkbauten). Der Holzbau geriet im vorletzten Jahrhundert immer mehr unter Druck, da vielfach für die häufigen Gebäudebrände die Holzkonstruktion im Verdacht stand. Man bedachte damals nicht die Problematik der offenen Feuerstellen und fehlenden brandschutztechnischen Verkleidung gefährdeter Bauteile. Dieser Historie geschuldet sind die Vorurteile gegenüber dem Holzbau. Der Mauerwerksbau wurde traditionell besonders in den Nord- und Mitteldeutschen Gegenden ausgebaut, was auch auf Grund reichhaltiger Ton und Lehmvorkommen begründet ist. Der Holzbau hat auf Grund der großen Holzvorkommen in den Alpenländischen Gebieten und teilweise in Süddeutschland eine ausgeprägtere Tradition. Allerdings hat sich der Mauerwerksbau nur sehr langsam und in geringem Umfang über die letzten 100 Jahre hinweg weiterentwickelt. System- und materialbedingt sind dem Mauerwerksbau auch enge Grenzen gesetzt. So ist der Ziegel- wie auch der Kalksandstein ein guter Wärmeleiter. Als Dämmstoff daher ungeeignet bedurfte er bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts auch keiner Weiterentwicklung, da die Anforderungen an den Wärmeschutz erst mit Aufkommen der ersten Wärmeschutzverordnung 1984 nicht besonders hoch bzw. gar nicht existent waren. Doch erst die letzte Energieeinsparverordnung 2002 zwang die Mineralstoffindustrie zur Entwicklung besser dämmender Systeme. Es fand ein gewisser Aufschwung für den Porenbeton statt und die Ziegelindustrie entwickelte Kombinationsbausteine aus Ziegel und Dämmstoffen wie z.B. Perlite, Blähton etc. Ebenfalls wurde der Luftporenanteil im Ziegel selbst erhöht mit der Folge, dass diese Steine mittlerweile nicht mehr als "Massiv" eingestuft werden können, den Brandschutzanforderungen nicht mehr genügen und einen minderwertigen Schallschutz aufweisen. Ohne den Einsatz zweischaliger und damit kostenintensiver und ökologisch nicht vertretbarer Wandaufbauten genügt der Kalksandstein den heutigen Wärmeschutzanforderungen gar nicht mehr. Als Nische hat sich die Lösung Styropor Schalsteine mit Beton zu verfüllen entpuppt. Auch hier ist der Materialmix zur Erreichung der Wärmeschutzanforderungen notwendig, jedoch beiderlei vollkommen unökologisch und brandschutztechnisch fragwürdig (Entweichen giftiger Gase im Brandfall). Abgesehen davon stelt sich die Frage, wer diffusionsdicht in einer Styroporschachtel leben möchte? Das Wohnraumklima ist sehr fraglich. Desweiteren ist jede Art von Mauerwerksbau eine Nassbauweise, bei der enorme Mengen an Wasser für Mauermörtel und Putz eingebracht werden muss. Dieses Wasser entweicht über 2-4 Jahre lang durch das "Trockenheizen". Erst danach ist die Gefahr von Schimmelpilzbildung reduziert, der Heizwärmebedarf sinkt und das Bauwerk ist einigermaßen trocken. Außderdem erfordert diese Bauweise einen deutlich höheren Energieaufwand als Holzbau bei der Herstellung, Transport und Verarbeitung, was sich in der wesentlich schlechteren Ökobilanz niederschlägt. Der Vergleich der Bauweisen verdeutlicht sehr einfach die Unterschiede.
Bild Isorast
Wo ist Ökologie, Brand- und Schallschutz?
Bild Mauerwerk
Wo ist die Wärmedämmung?
Bild Ziegelstein
Wo ist Brand-und Schallschutz?
Bild WDVS
Wo ist Ökologie und Ökonomie?
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